Bildende Kunst

Kunst an der Waldorfschule
Kunst an Waldorfschulen ist nicht nur ein Fach: Sie durchdringt die ganze Pädagogik. Es ist nicht das fertige Ergebnis, auf das es in der Waldorfpädagogik ankommt. Entscheidend ist der Weg, auf dem Kinder und Jugendliche sich Fertigkeiten erarbeiten, die weit über den Bereich des Gestalterischen hinausgehen. Wenn die Schüler Ton modellieren, malen oder zeichnen, arbeiten sie nicht nur an einem Gegenstand, sondern vor allem an sich selbst: Sie stellen fest, dass keine künstlerische Form ohne Ausdauer und beharrliches Üben entstehen kann und dass sie ihren ganzen Willen einsetzen müssen, um zu verwirklichen, was sie sich vorgestellt haben. Indem die Heranwachsenden ihren Gestaltungswillen in künstlerischen Prozessen üben, schulen sie die Willenskräfte auch für andere Lebensbereiche.

Malen, Zeichnen, Grafik
Malen, Zeichnen und Grafik begleiten die Waldorfschüler während der ganzen Schulzeit.
In der Unterstufe wird der Lehrstoff vorwiegend über das Bild vermittelt, im Bild erarbeitet und vertieft. Bildhaftes Erleben und Gestalten bereichert die Vorstellung, macht Gedanken und Begriffe anschaulich und stärkt das Erinnerungsvermögen.
Einen wesentlichen Anteil an den Epochenheften haben die zeichnerischen oder malerischen Darstellungen der Schüler. Die Schrift wird aus dem Bild heraus entwickelt, die Kinder stellen den Erzählstoff mit Wachsmalkreiden dar, zeichnen Formen und malen Pflanzen, Tiere und Landkarten. Beim Aquarellieren lernen sie den Umgang mit den Farben und ihren Qualitäten.
In der Mittelstufe folgen dann Schattenlehre und perspektivisches Zeichnen: Hier sind genaue Beobachtung und präzises Arbeiten unerlässlich; an den Gegenständen korrigiert sich die Vorstellung. An der Wahrnehmung entwickeln die Schüler die Grundfähigkeit, ungenaue Vorstellungen als Vor-Urteile zu erkennen und gesicherte Urteile zu bilden.
In der Oberstufe erarbeiten sich die Schüler die Techniken des Drucks und der zeichnerischen Darstellung. Jetzt gehen sie beim Malen in freier künstlerischer Weise mit der Farbe um.

Gestalten mit Ton, Holz, Stein, Metall
Beim Plastizieren erfahren die Schüler die ganz verschiedenen Anforderungen und Eigenarten der Materialien. Die handwerklichen Fähigkeiten, die sie sich zuvor angeeignet haben, nutzen sie in künstlerischer Gestaltung. Dabei lernen sie, ihre Gestaltungskräfte mit den Anforderungen des Materials in Einklang zu bringen. Sie üben, mit objektiven Gegebenheiten schöpferisch umzugehen.