Handwerk und Technik

Die Handarbeit
In den ersten vier Klassen stricken, häkeln, sticken und nähen die Kinder. Indem sie mit den Händen arbeiten, schulen sie ihre Feinmotorik. Sie entwickeln gleichzeitig Konzentrationsfähigkeit und intellektuelle Wachheit. Die Fingerfertigkeit, die das Kind sich im Umgang mit der Handarbeit erwirbt, wirkt sich in seiner gesamten Entwicklung aus: Mit jeder feinen Bewegung formt sich das Gehirn differenzierter; je geschickter die Kinder ihre Finger bewegen, desto lebendiger werden ihre Gedanken. Alles, was die Schüler im Unterricht anfertigen, ist sinnvoll: Es soll brauchbar und zugleich künstlerisch gestaltet sein.

Das Holz
In der 6. Klasse beginnt die Arbeit mit dem Holz im Werkunterricht. Vom Sägen und Spalten eines Baumstammes über Schnitzen, Feilen und Hobeln, bis hin zu den Verbindungstechniken des Schreinerns lernen Jungen wie Mädchen die einzelnen Schritte der Holzbearbeitung und wenden sie vom Instrumentenbau bis zum Möbelbau an. Sie üben dabei, ihre Hände und die verschiedenen Werkzeuge zu beherrschen und bedachtsam vorzugehen, zwischen Tun und Überprüfen zu pendeln.

Die Erde
Von der 6. bis zur 10. Klasse lernen die Schüler im Gartenbau mit der Erde und den Pflanzen umzugehen. Im eigenen Schulgarten führen sie all die Arbeiten aus, die sich aus dem Jahreslauf ergeben. Sie bearbeiten den Boden, kompostieren, säen, pikieren, pflanzen, ernten, verwerten die Ernte und veredeln Obstbäume. Dabei entwickeln sie vor allem ihr Beobachtungsvermögen an der Natur, sie lernen Zusammenhänge erkennen und üben Sorgfalt, Ausdauer und Geduld.

Der Stein
Die Arbeit im Steinhauen ist eine besondere Herausforderung: Sandstein, Marmor, Kalk, Granit fordern jeweils eine eigene Technik. Jeder Schlag muss im Hinblick auf die Folgen bedacht und beherrscht sein. Was einmal weg geschlagen ist, kann nicht ersetzt werden. Der Jugendliche begegnet den Folgen seines Handelns.
Beim Steinhauen sind Krafteinsatz und Fingerspitzengefühl zugleich nötig und immer wieder Ausdauer und Geduld. Handwerkliches Können und künstlerische Gestaltung bedingen und durchdringen sich.